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Firmenportraits, Jubiläen & Ortportraits

Am Fuße des Kapellenbergs

Der Rottenburger Stadtteil Wurmlingen hat sich vom bäuerlichen Dorf zur beliebten Wohngemeinde entwickelt.

29.07.2019
„Droben stehet die Kapelle“: Berühmtheit erlangte die Wurmlinger Kapelle unter anderem durch Ludwig Uhlands Gedicht. Archivbild: Erich Sommer

„Droben stehet die Kapelle“: Berühmtheit erlangte die Wurmlinger Kapelle unter anderem durch Ludwig Uhlands Gedicht. Archivbild: Erich Sommer

Am Samstag voriger Woche feierten die Wurmlinger wieder ihr jährliches Dorffest. Zwei ausgelassene Tage, die eindrücklich bewiesen, wie intakt und aktiv das Vereinsleben in der Rottenburger Teilgemeinde ist. Jugendchor, Musikverein, Narrenzunft, Pfingstreiter und Sportverein organisierten die Veranstaltung, der erst in der vorigen Woche zum Ortsvorsteher gewählte Michael Elmenthaler wurde gleich mit dem Fassanstich betraut und wie immer war fast das ganze Dorf auf den Beinen. 

Wie eigentlich jedes Jahr beim Dorffest – so auch im Jahr 2000, als der Ort mit einem imposanten Veranstaltungsprogramm sein 900-jähriges Bestehen feierte.

Eindrucksvolle Geschichte

Erstmals genannt wurde der Ort Wurmlingen erstmals im Jahr 1100. Im Jahr 1213 fand die Wurmlinger Kapelle ihre erste urkundliche Erwähnung als Wurmlinger Pfarrkirche – heute ist sie ein Wahrzeichen für die Region, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer sowie ein ganz besonderer Ort für Trauungen.

Eine alte Tradition ist der Wurmlinger Pfingstritt. Erstmals urkundlich 1852 erwähnt, findet er seit 1949 alle zwei Jahre am Pfingstmontag statt. Zwei Jahrgänge aus Wurmlingen tun sich dabei zusammen, und die mutigen jungen Männer des Fleckens versuchen in rasantem Ritt, den geschmückten Baum zu erhaschen. Bild: Privat 
Eine alte Tradition ist der Wurmlinger Pfingstritt. Erstmals urkundlich 1852 erwähnt, findet er seit 1949 alle zwei Jahre am Pfingstmontag statt. Zwei Jahrgänge aus Wurmlingen tun sich dabei zusammen, und die mutigen jungen Männer des Fleckens versuchen in rasantem Ritt, den geschmückten Baum zu erhaschen. Bild: Privat 

Wurmlingen gehörte damals zur Grafschaft Hohenberg und wurde mit dieser 1381 an Österreich verkauft. Das Dorf wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals verpfändet und konnte erst 1762 wieder von Österreich eingelöst werden. Nach dem Frieden von Preßburg kam Wurmlingen im Jahre 1806 zum neuen Königreich Württemberg. Der älteste Verein Wurmlingens, der Gesangverein, wurde 1874 gegründet.

Das 19. und das beginnende 20. Jahrhundert war in Wurmlingen wie im gesamten Oberamtsbezirk Rottenburg von einer rückläufigen Bevölkerungszahl gekennzeichnet. Die Haupterwerbsquelle war in diesem Zeitraum die Landwirtschaft: Ackerbau und Viehzucht, Wein- und Hopfenanbau.  


Auf einen Blick

Wichtige Daten in der Geschichte Wurmlingens um

1100
Erstnennung des Ortes Wurmlingen im „Hirsauer Codex“

1213
Erste Erwähnung der Wurmlinger Kapelle als Wurmlinger Pfarrkirche

1938
Mit der Auflösung des Oberamts Rottenburg kommt Wurmlingen an den Landkreis Tübingen

1971
Am 1. Dezember wird Wurmlingen Teil der Stadt Rottenburg

1994
Erstes „Wurmlinger Dorffest“ der Vereine


Zwei Jahre nach dem Ersten Weltkrieg wurden der Musik- und der Sportverein gegründet. 1938 kam Wurmlingen mit der Auflösung des Oberamtes Rottenburg an den Landkreis Tübingen.
  

Seit weit über neun Jahrhunderten werden an den sonnigen Hängen der Wurmlinger Weinberge Reben angebaut. 1996 wurde der Weinlehrpfad feierlich eröffnet. Bild: Stadtarchiv Rottenburg
Seit weit über neun Jahrhunderten werden an den sonnigen Hängen der Wurmlinger Weinberge Reben angebaut. 1996 wurde der Weinlehrpfad feierlich eröffnet. Bild: Stadtarchiv Rottenburg
Noch lange landwirtschaftlich geprägt: Wurmlinger Straßenbild der 1960er-Jahre. Bild: Stadtarchiv Rottenburg
Noch lange landwirtschaftlich geprägt: Wurmlinger Straßenbild der 1960er-Jahre. Bild: Stadtarchiv Rottenburg

Mit der Genehmigung des Bebauungsplanes „Mönchhof 1“ im Jahr 1950 begann der rasante Ausbau Wurmlingens, sodass 1957 wieder die 1000-Einwohner-Marke überschritten wurde. Seit etwa 1960 stiegen die Bevölkerungszahlen Wurmlingens überproportional an.

Seit dem 1. Dezember 1971 ist Wurmlingen Teil der Großen Kreisstadt Rottenburg am Neckar. Aufgrund seiner Lage zwischen Rottenburg und Tübingen hat sich das Strukturbild Wurmlingens in den vergangenen Jahrzehnten zu einer Pendlerwohngemeinde entwickelt, in der die Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb betrieben wird.

Heute zählt Wurmlingen rund 2600 Einwohner. Sie profitieren von einer ausgewogenen Infrastruktur, einem umfangreichen Freizeitangebot – und sie bilden eine intakte Dorfgemeinschaft mit einem nach wie vor sehr regen Vereinsleben.  

Wie es früher war

Diese Verlagssonderveröffentlichung ist der Auftakt für eine dreiwöchige Zeitreise durch den Rottenburger Stadtteil Wurmlingen: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet drei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts/Neckar Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!

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