Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere Informationen
Anzeige

Firmenportraits, Jubiläen & Ortportraits

Bedeutende Salzstadt

Eine Reise durch die Zeit: ein historischer Abriss von Sulz

18.11.2019
Blick auf die Salinenstadt Sulz am Neckar um 1817 von der Glatter Steige aus gesehen und gemalt vom Geologen, Bergrat und Salinisten Friedrich von Alberti, der sich selbst mit Hund im Vordergrund verewigt hat. Eindrucksvoll rückte Alberti die damals mehr als 1200 Meter langen Gradierhäuser sowie die Muschelkalk-Aufschlüsse am Talhang in den Fokus. Alberti, der einstige Leiter der Sulzer Saline, ist vor allem als Namensgeber der erdgeschichtlichen Trias-Periode bekannt. Repro: Wiedemann

Blick auf die Salinenstadt Sulz am Neckar um 1817 von der Glatter Steige aus gesehen und gemalt vom Geologen, Bergrat und Salinisten Friedrich von Alberti, der sich selbst mit Hund im Vordergrund verewigt hat. Eindrucksvoll rückte Alberti die damals mehr als 1200 Meter langen Gradierhäuser sowie die Muschelkalk-Aufschlüsse am Talhang in den Fokus. Alberti, der einstige Leiter der Sulzer Saline, ist vor allem als Namensgeber der erdgeschichtlichen Trias-Periode bekannt. Repro: Wiedemann

Sulz kann in seiner Geschichte bis in die vorrömische Zeit zurückblicken. Schon aus keltischer Zeit befanden sich westlich der Stadt eine Reihe von Grabhügeln und eine Viereckschanze. Die Römer bauten um 74 n. Chr. auf der Höhe südlich des jetzigen Stadtkerns ein Kastell, neben dem sich eine Ansiedlung (vicus) bildete. Das Kastell wurde jedoch schon bald wieder aufgegeben. Auf eine Alemannensiedlung an der Stelle des heutigen Sulz deuten Reihengräberfunde am Rande der Stadt.

Seinen Namen hat Sulz, das 790 als „villa publica Sulza“ erstmals urkundlich erwähnt wird, wohl von seinen Salzquellen. Das Schicksal der Saline zieht sich denn auch wie ein roter Faden durch die Jahrhunderte der Geschichte der Stadt Sulz am Neckar. Die ersten Besitzer der Saline und Herren der Stadt waren seit dem 11. Jahrhundert die Grafen von Sulz. Ihre Herrschaft ging um 1270 an die Herren von Geroldseck über, die die Burg Albeck südwestlich der Stadt errichteten. Obwohl ab 1688 zerstört, ist die Albeck dank eines engagierten Fördervereins noch heute eine der schönsten Burgruinen des Schwarzwaldes. Auf Betreiben der Geroldsecker erhielt Sulz 1284 von König Rudolf von Habsburg das Stadtrecht.

Anzeige

Während der Geroldseckischen Fehde im 15. Jahrhundert, unter der die Bürger der Stadt viel zu leiden hatten, gelang es den aufstrebenden Württemberger Grafen, den Geroldseckern die Burg Albeck und die Stadt mit der Saline schrittweise abzuringen. 1473 war Sulz ganz in württembergischer Hand und blieb für Jahrhunderte die einzige Salzquelle des Landes. Ab 1483 war Sulz auch Sitz des württembergischen Obervogts am Schwarzwald und damit ein Verwaltungszentrum.

Bauernkrieg und Reformationswirren, der Dreißigjährige Krieg und die „Franzosenkriege“ (1688-1714) warfen die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt immer wieder weit zurück und brachten durch Einquartierungen, Überfälle und Plünderungen Schrecken und Unglück über die Bevölkerung.

1794 brannte Sulz, wie schon einmal 1581, innerhalb der Stadtmauern bis auf wenige Häuser und die spätgotische Stadtkirche vollständig ab und wurde anschließend nach einem einheitlichen Plan wieder aufgebaut, der dem Stadtkern noch heute sein charakteristisches Gepräge gibt.

Seinen bisherigen hohen wirtschaftlichen Rang als Salzstadt verlor Sulz ab 1803, als die viel ergiebigeren Salzwerke am Kocher württembergisch wurden. Versuche, durch Verbesserung der Salzabbaumethoden, durch Abbau von Hallerde und durch Ausbau eines Solbades wieder eine größere Bedeutung zu gewinnen, brachten auf die Dauer nicht den gewünschten Erfolg.

Das Oberamt (seit 1934 Kreis) Sulz wurde 1938 aufgelöst und die Stadt dem damaligen Kreis Horb zugegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat Sulz den wirtschaftlichen Verlust, den die Stadt durch die Einstellung des Salinebetriebs erlitten hatte, mit dem Ausbau eines gesunden, mittelständischen Gewerbes nahezu ausgeglichen. Auch der Fremdenverkehr – besonders auch in den heutigen Stadtteilen Glatt, Hopfau und Bergfelden sowie auf dem Kirchberg – ist zu einer bedeutenden Stütze des Sulzer Wirtschaftslebens geworden.

Durch die Kreisreform von 1973 wurde Sulz mit seinen Stadtteilen ein Unterzentrum im Landkreis Rottweil und gehört seither zum Regierungsbezirk Freiburg.


Wie es früher war

Diese Verlagssonderveröffentlichung ist der Auftakt für eine zweiwöchige Zeitreise durch Sulz: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet zwei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil der Neckar-Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!
      

Auf einen Blick

Wichtige Daten in der Geschichte von Sulz:

790
"Villa Sulza“: erste urkundliche Erwähnung bei einer Schenkung an die Abtei St. Gallen

1284
Verleihung des Stadtrechts durch König Rudolf von Habsburg

1973
Sulz kommt zum Kreis Rottweil

Datenschutz