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Neubau, Umbau & Sanierung

Die grüne Oase in der Ortsmitte von Mössingen

Das neu gestaltete Mühlengärtle bietet einen barrierefreien Rundweg, Kinderspielplatz, Calisthenics-Station, klimastabile Bäume, Wildblumenansaaten, bienenfreundliche Stauden und vieles mehr.

Die grüne Oase in der Ortsmitte von Mössingen

Am kommenden Samstag, 6. Juli, 14 Uhr, wird das wunderschön gestaltete Mühlegärtle der Öffentlichkeit übergeben. Fotos: Stadt Mössingen

Am kommenden Samstag, 6. Juli, wird das neu gestaltete Mühlegärtle der Öffentlichkeit übergeben. Die Bürger der Großen Kreisstadt dürfen sich auf ein außergewöhnliches Highlight freuen. Die grüne Idylle inmitten des alten Ortskerns wurde zu einem echten Schmuckkästchen umgemodelt. „Für uns als Stadt“, sagt Erster und Baubürgermeister Martin Gönner, „ist der Naturraum Mühlegärtle das Gegengewicht zur Innenstadt.“ Sozusagen erst shoppen und flanieren, danach chillen und erholen am Steinlachstrand.

Die Initialzündung für das Projekt sei eh der Steinlachstrand gewesen, den die evangelisch-methodistische Kirche eigenständig vor ihrer Kirche herrichtete. Zwar gab es im Mühlegärtle auch zwei Boulebahnen, Spielgeräte und Bänke, aber das sei alles 20 bis 30 Jahre alt gewesen. „Wir wollten ganzheitlich eingreifen“, so Martin Gönner, „und nicht nur ein paar neue Bänke hinstellen.“ Eine Idee dahinter: Familienausflug im Sommer ins Mühlegärtle. Die Verwaltung zögerte nicht lange. Es gab einen Workshop mit Bürgervertretern und mit Beteiligung von drei Landschaftsarchitekturbüros. Der Input kam somit aus der Mitte der Bürger, die nach ihren Ideen befragt wurden. Das Büro Koeber aus Stuttgart bekam den Zuschlag, der Gemeinderat war einverstanden. Und dann, berichtete Martin Gönner schmunzelnd, „wie ein Blitz aus heiterem Himmel“, kam die Nachricht, dass das „Bundesprogramm Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ Fördermittel zur Verfügung stellt. Und zwar sage und schreibe 747.000 Euro – mehr als die Hälfte der veranschlagten 1,4 Millionen Investitionskosten für das Projekt. Allerdings zog sich die Sache: Antrag 2020, gleich die Zusage, aber erst zwei Jahre später kam die Freigabe, die Arbeiten im Detail zu planen und auszuschreiben, und auch das erst nach Intervention der CDU-Bundestagsabgeordneten Annette Widmann-Mauz. Doch dann konnte es losgehen mit dem Spatenstich Anfang April 2023.

Ganz besonders stolz ist die Verwaltung darauf, dass es jetzt einen Rundweg im Mühlegärtle gibt. „Wir haben von der Falltorstraße bis zum alten Wehr einen Steg gebaut“, sagt dazu der Projektleiter Markus Lutz. Bei ihm, dem Grünflächenmanager der Stadt, liefen alle Fäden zusammen. Jetzt kann man sogar mit dem Rollstuhl mit den vorhandenen natürlichen Steigungen – aber stufenlos – die Rundstrecke zurücklegen. Beim neuen Steg gibt es jetzt eine schwimmende Insel, auf der Pflanzen und Gräser wachsen. Beide Boulebahnen am nördlichen Zugang wurden ins Zentrum verlegt. Jetzt gibt es diese zwei Bahnen gegenüber dem neuen Kinderspielplatz. Und der wiederum ist ein reines Schmankerl für Jung und Alt. „Es gab eine Ausschreibung“, so Lutz, „und eine Wernauer Firma hat die beste Konzeption vorgelegt. Grundthema: Treibholz, Biberburg und ,Strandgut‘.“ Daraus entstand mit zahlreichen Robinienstämmen Einmaliges. Gleich dahinter gibt es erstmalig eine Calisthenics-Station, geeignet für Übungen zur Muskelkoordination. Der Asphaltweg wurde eingefräst, sozusagen recycled, und geschottert. „Wir nutzten alles, was schon da war“, sagt Martin Gönner, „Recycling, Wiederverwendung und Nachhaltigkeit standen ganz oben bei dem Projekt.“ Und je näher es zur Steinlach geht, desto naturbelassener blieb die Landschaft. Man hielt die Wege schmal, Regen wird zur Seite abgewässert. Der obere Weg wird jetzt von Sandsteinen an der Seite begleitet. Gepflanzt hat man klimaresistente Bäume, Hecken, Wildblumenansaaten und bienenfreundliche Stauden, Esskastanien und sogar eine Linde. Die Aussichtsplattform in der Bädergasse wird von einem Silberahorn überragt. Lutz nennt diese Bäume „Zielbäume“, da sie die Eingänge zum Mühlegärtle kennzeichnen. Sogar einen Wildbienenspezialisten hat man in das Projekt eingebunden.

„Für die ganze Bevölkerung ist das Mühlegärte ein riesiger Gewinn an Lebensqualität“, ist sich die Verwaltung einig. Und Martin Gönner malt gleich ein Szenario aus: „Man geht gemeinsam einkaufen, bummelt ein wenig durch die Stadt, dann kauft man für sich und die Kinder ein Eis, geht die paar Meter ins Mühlegärtle und genießt das etwas kühlere Klima da, das Geräusch der Steinlach und setzt sich auf eine der Bänke. Und genießt einfach. Das ist Lebensqualität mitten in der Stadt.“ bkn

zuletzt aktualisiert: 06.07.2024