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Sonderthemen

In Würde alt werden

Eine Alternative zum Pflegeheim mitten in Tübingen

Eine große Terrasse bietet Platz für Hochbeete und Sitzecken. Die Aussicht in den gemeinsamen Innenhof bietet Abwechslung.
Eine große Terrasse bietet Platz für Hochbeete und Sitzecken. Die Aussicht in den gemeinsamen Innenhof bietet Abwechslung.
Es ist ein Modellprojekt der besonderen Art: In der Tübinger Eisenbahnstraße, mitten im neuen Wohn- und Gewerbeviertel „Alter Güterbahnhof“, hat die „nestbau AG“ die erste von den Angehörigen selbst verantwortete Wohngemeinschaft für demenziell Erkrankte gebaut.

Hier gibt es den ganzen Tag über etwas zu Sehen: Blick aus dem Gemeinschaftsbereich auf die Einfahrt ins „Depot“. Bilder: Uhland2
Hier gibt es den ganzen Tag über etwas zu Sehen: Blick aus dem Gemeinschaftsbereich auf die Einfahrt ins „Depot“. Bilder: Uhland2
Gute Ideen gehören zum Konzept der Pflege-WG: Alle Waschtische haben Haltegriffe.
Gute Ideen gehören zum Konzept der Pflege-WG: Alle Waschtische haben Haltegriffe.
Die WG ist integriert in eine klassische Hausgemeinschaft mit weiteren zehn Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten sowie einem großen Gemeinschaftsraum. „Der Plan ist es, den demenzkranken Menschen ein möglichst normales Leben zu ermöglichen“, erklärt Gunnar Laufer-Stark seine Motivation, ein solches Projekt zu verwirklichen.

Acht Einzelzimmer gehören zur 270 Quadratmeter großen Wohnung, dazu mehrere barrierefreie Bäder, eine offene Küche, ein großer Gemeinschaftsbereich sowie eine große Terrasse mit Hochbeeten. Der Zugang in den Gemeinschaftsgarten im Innenhof bietet weitere Möglichkeiten zu Begegnungen im geschützten und doch öffentlichen Raum.
Gunnar Laufer-Stark gründete mit der „nestbau AG“ die bundesweit erste Bürger-Aktiengesellschaft im Wohnungsbau. 
Gunnar Laufer-Stark gründete mit der „nestbau AG“ die bundesweit erste Bürger-Aktiengesellschaft im Wohnungsbau. 
Mit der Wohngemeinschaft Alter Güterbahnhof, die sich vorrangig an Menschen mit demenzieller Erkrankung richtet, möchte er den Wunsch der Erkrankten und deren Angehörigen nach einem würdevollen Leben, eingebunden in ein sorgendes Umfeld und ein gutes Unterstützungsnetzwerk, erfüllen.
Mit der Wohngemeinschaft Alter Güterbahnhof, die sich vorrangig an Menschen mit demenzieller Erkrankung richtet, möchte er den Wunsch der Erkrankten und deren Angehörigen nach einem würdevollen Leben, eingebunden in ein sorgendes Umfeld und ein gutes Unterstützungsnetzwerk, erfüllen.
Besonders aufwändig ist das Beleuchtungskonzept: „Die Farbtemperatur des Lichts wird Tages- und Jahreszeit-abhängig dem natürlichen Licht nachempfunden“ so Laufer-Stark. Besonders ist nicht nur die Tatsache, dass eine Wohngemeinschaft nach den Bedürfnissen Demenzkranker gebaut, wissenschaftlich begleitet und mit einem Landeszuschuss gefördert wird, sondern auch die Form der Organisation: „Die nestbau AG ist ausschließlich Vermieter der Zimmer, nicht Träger der Wohngemeinschaft, das organisieren die Angehörigen selbst“ betont Ulrich Ahlert, Vorstand des Vereins „Mitten im Leben - Tübingen e.V“ der das Projekt unterstützend begleitet. Wer hier einzieht, hat also Möglichkeit und Aufgabe, den Alltag gemeinsam mit den anderen Bewohnern und den Angehörigen – mit ehrenamtlicher und professioneller Unterstützung – zu gestalten. „Leistungen für die ambulante Pflege können die Bewohner genauso wie zuhause in Anspruch nehmen.“ Sollten sich die WG-Bewohner für eine ständige Pflegekraft entscheiden, steht dafür übrigens eine eigene kleine Wohnung mit Balkon bereit.

Über die Möblierung der Zimmer und des Gemeinschaftsbereiches dürfen die Bewohner und deren Angehörige ganz individuell entscheiden, allein ein 3,5 Meter langer Holztisch sowie die offene Küche gehören zur Grundausstattung. „Diese Form einer Demenz-WG ermöglicht den Bewohnern ein selbstbestimmtes Leben in familiärer Atmosphäre“, so Laufer-Stark.

"Diese Form der Wohngemeinschaft ermöglich den Bewohnerinnen und Bewohnern ein möglichst selbstbestimmtes Leben in familiärer Atmosphäre."

Gunnar Laufer-Stark
Gründer und Vorstand der nestbau AG

Die acht gemütlichen Einzelzimmer sind ab März bezugsfertig. Die ersten Angehörigen haben bereits mit der Organisation des Umzugs begonnen. Die WG soll langsam, etwa bis zum Sommer 2019, vollständig bezogen werden. „Weitere Angehörige können sich gerne bei uns oder beim Förderverein melden, es sind noch nicht alle Zimmer vergeben“ merkt Laufer-Stark noch an.

Lucia Landenberger Projektsteuerung
Ströbel - Bilger - Mildner
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Bernd Wezel Dipl. Ing. (FH) Freier Architekt
ebök Planung und Entwicklung GmbH
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