Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.OKWeitere Informationen
Anzeige

Firmenportraits, Jubiläen & Ortportraits

Vom bäuerlichen Betrieb zum Großunternehmen

Ein Auszug aus der Ortsgeschichte von Bodelshausen.

02.12.2019
Die Eisenbahn bot vielen Bodelshausenern willkommene Arbeitsplätze in Ortsnähe. Auf dem Foto, das etwa 1905 entstanden sein dürfte, sind angeblich zu sehen (von links nach rechts): Jakob Nill (Stichwirtsjakob), Christof Steinhilber, Gotthilf Wagner, Bernhard Priester, unbekannt, Bernhard Speidel (Buale), Dionysius Nill (Schütze-Niese), Michael Ott, Michael Öhrler (Öl-Michele), unbekannt. Bild: Gemeindearchiv Bodelshausen, Fotosammlung Nr. 636.

Die Eisenbahn bot vielen Bodelshausenern willkommene Arbeitsplätze in Ortsnähe. Auf dem Foto, das etwa 1905 entstanden sein dürfte, sind angeblich zu sehen (von links nach rechts): Jakob Nill (Stichwirtsjakob), Christof Steinhilber, Gotthilf Wagner, Bernhard Priester, unbekannt, Bernhard Speidel (Buale), Dionysius Nill (Schütze-Niese), Michael Ott, Michael Öhrler (Öl-Michele), unbekannt. Bild: Gemeindearchiv Bodelshausen, Fotosammlung Nr. 636.

Im Jahre 2000 feierte die Gemeinde Bodelshausen ihr 900-jähriges Bestehen. Die erste urkundliche Erwähnung war demnach im Jahr 1100 im Codex des Klosters Hirsau. Allerdings deutet die Endung „husen/hausen“ auf eine ältere Entstehungsgeschichte hin. Bei archäologischen Grabungen an der Stelle des Rathauses fanden sich Besiedlungsspuren, die sogar auf das 6. Jahrhundert datiert worden sind. Es gibt noch ältere Funde, die auf eine erste Besiedlung in der Jungsteinzeit hindeuten.
   

Das erste Geschlecht in Bodelshausen war ein Zweig derer von „Ow“, die vom 13. bis 15. Jahrhundert urkundlich erwähnt worden sind. Diesem Geschlecht wird auch die frühere Burg in der Ortsmitte zugeschrieben, auch die Straßenbezeichnungen „Burghof“ und „Am Burghof“ stammen aus dieser Zeit.

Geschichtlich geprägt war Bodelshausen auch durch seine Lage an mehreren Grenzen. Da hier unterschiedliche Mächte aufeinander trafen, waren Auseinandersetzungen immer wieder vorprogrammiert. 
  

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung von der Landwirtschaft. Die Industrialisierung hielt aber auch nicht vor den Toren von Bodelshausen an. Am 24. Juni 1869 war es dann so weit: Die Bahnlinie von Tübingen nach Hechingen wurde eröffnet und Bodelshausen erhielt eine Bahnstation. Nun konnten sich erste Industriebetriebe entlang der Strecke ansiedeln. Rohstoffe wurden antransportiert und die fertige Ware wieder abtransportiert. Im Jahr 1876 sorgte Carl Neidhardt mit seiner ersten Strickerei, die sich in einem Zimmer im alten Schulhaus befand, für den ersten wirtschaftlichen Aufschwung. Aus ehemaligen alten Webereien entstand letztendlich die Textilindustrie in Bodelshausen. Es folgten später weitere Betriebe, die bis heute noch bestehen. Jetzt war das Leben der Dorfbewohner geprägt von der Arbeit in der Fabrik.
     

Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgten die ortsansässigen Handwerker für einen enormen Aufschwung. Aus kleinen Hinterhofbetrieben entwickelten sich wirtschaftsstarke Unternehmen, die viele Bereiche der Textilindustrie abdeckten, wie Babywäsche, Strichwaren bis hin zu Herrenund Damenoberbekleidung.
  

Bilder im Uhrzeigersinn: Arbeiter im ehemaligen Zementwerk Bodelshausen. Der Fuhrmann Martin Hausch transportierte die Kohle vom Bahnhof zur Firma Gehring. Dort heizte man mit dem Brennmaterial der fabrikeigenen Dampfmaschine ein. Diese lieferte die für die Produktion benötigte Energie. Ansichten der Firma Johannes Maute in Bodelshausen. Das Foto von circa 1957 zeigt die Schauseite des Unternehmens. Sie bot sich all jenen, die durch die Bahnhofstraße nach Bodelshausen kamen. Das Unternehmen präsentierte sich mit Stromleitungen und Schornsteinen. Bilder: Gemeindearchiv Bodelshausen, Fotosammlung
Bilder im Uhrzeigersinn: Arbeiter im ehemaligen Zementwerk Bodelshausen. Der Fuhrmann Martin Hausch transportierte die Kohle vom Bahnhof zur Firma Gehring. Dort heizte man mit dem Brennmaterial der fabrikeigenen Dampfmaschine ein. Diese lieferte die für die Produktion benötigte Energie. Ansichten der Firma Johannes Maute in Bodelshausen. Das Foto von circa 1957 zeigt die Schauseite des Unternehmens. Sie bot sich all jenen, die durch die Bahnhofstraße nach Bodelshausen kamen. Das Unternehmen präsentierte sich mit Stromleitungen und Schornsteinen. Bilder: Gemeindearchiv Bodelshausen, Fotosammlung

In den 60er und 70er Jahren traf auch Bodelshausen die Krise in der Textilwirtschaft, die zum Teil wegbrach. Doch durch die Ausweisung neuer Industriegebiete siedelten sich neue verschiedenartigste Unternehmenszweige sowie Dienstleistungsbetriebe an und zum Teil blieben alte Firmen vor Ort. Die gute Verkehrsanbindung, wie die guten Rahmenbedingungen für junge Familien und Senioren sowie die Weiterentwicklung der Ortsmitte zeichnen heute die Gemeinde aus. Nach wie vor sind Textilunternehmen in Bodelshausen angesiedelt und beherbergen Herstellerfirmen von international bekannten Marken. Fabrikverkäufe und Factory Outlets vervollständigen das Angebot der Ladengeschäfte im und außerhalb des attraktiven Ortskerns.
  

Wie es früher war

Diese Verlagssonderveröffentlichung ist der Auftakt für eine dreiwöchige Zeitreise durch Bodelshausen: Unsere Redaktion forscht in der Historie und berichtet drei Wochen lang regelmäßig im Lokalteil des Schwäbischen Tagblatts/Neckar Chronik darüber. Lassen Sie sich überraschen!

Datenschutz