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sen’FIT

Wandel der Trauerkultur

Roberto Seifert beobachtet einen Trend zu individuellen Bestattungen

17.10.2019
Roberto Seifert mit einer Naturstoffurne aus handgeschöpftem Loktapapier. Bild: Stefan Zibulla

Roberto Seifert mit einer Naturstoffurne aus handgeschöpftem Loktapapier. Bild: Stefan Zibulla

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Unter dem Titel „Immer noch ein Tabu? Umgang mit Tod und Trauer“ diskutiert das TAGBLATT-Podium auf der sen’FIT über Fragen, die jeden Menschen emotional bewegen und trotzdem häufig verdrängt werden. Auf dem Podium sitzt auch Roberto Seifert vom Tübinger Bestattungsunternehmen Gommel. Wir sprachen mit dem 54-Jährigen über den Wandel der Trauerkultur und den Umgang mit den psychischen Belastungen in einer Branche, die das Sterben professionell begleitet.

Wie sind Sie Bestattungsunternehmer geworden?

Ich komme aus Brandenburg. Dort habe ich mich als junger Mensch sehr darüber geärgert, wie dilettantisch mein Onkel beerdigt wurde. Er wurde bei seiner Beerdigung mit offenem Mund und offenen Augen aufgebahrt. Deshalb habe ich mich damit beschäftigt, wie man einen Menschen würdiger bestatten kann. So stieg mein Interesse an dieser Branche. Und jetzt bin ich schon etwa 30 Jahre in diesem Beruf. Seit 2011 bin ich Inhaber der Firma Gommel, die im Jahr 2000 gegründet wurde.

Beobachten Sie unter Ihren Kunden eine starke Tabuisierung des Todes?

Auch wenn viele Menschen den Tod immer noch verdrängen, ist er für immer weniger meiner Kunden ein Tabu. Ich registriere ein starkes Interesse an der Vorsorge. Immer mehr Menschen wollen ihre Angehörigen nicht mit Entscheidungen und Kosten belasten, die bei ihrem Tod notwendig werden. Diese Kunden sind meist zwischen 60 und 90 Jahre alt. Häufig befassen sie sich mit dem Thema, wenn sie eine General- und Vorsorgevollmacht sowie eine Patientenverfügung formulieren. Von diesem Punkt ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Bestattungsvorsorge.

Ich habe auch Kunden, die ihre eigene Beerdigung planen. Manche bereiten ihr Begräbnis sogar bis in das kleinste Detail vor und wählen beispielsweise die Musik aus, die dann gespielt werden soll und entwerfen den Text für die Todesanzeige. Einige schreiben sogar ihre eigene Begräbnisansprache.

Es gibt aber auch Kunden, die völlig überfordert sind, wenn beispielsweise ein Elternteil stirbt. Dann merke ich, dass in der Familie nie über den Tod eines Angehörigen gesprochen wurde. Diese Menschen brauchen eine umfassende Beratung. Welche Rolle spielen Rituale bei der Bestattung eines Menschen? Die Trauerkultur verändert sich, die Schere zwischen Entsorgung und individueller Bestattung wird größer. Dabei beobachte ich auch, dass sich viele Angehörige aktiv in die Bestattungsfeier einbringen. Beispielsweise, indem sie den Sarg bemalen, ein Gedicht oder ein Musikstück vortragen und Fotos des Verstorbenen als Powerpoint-Präsentation zeigen.
   

Wie viel Geld geben Ihre Kunden für eine Bestattung aus?

Das kann man so pauschal gar nicht sagen, weil es sehr stark von der Art der Bestattung abhängt. Eine Bestattung auf dem Friedwald ist erheblich günstiger als eine Erdbestattung auf dem Friedhof. Ich mache im Jahr zwischen 110 und 120 Bestattungen. 60 Prozent davon sind Feuerbestattungen und rund ein Viertel dieser Urnen werden im Friedwald beigesetzt.

Erschrecken manche Menschen, wenn sie erfahren, mit welchem Beruf Sie Ihr Geld verdienen?

Die Menschen reagieren eher neugierig und interessiert auf meine Arbeit. Häufig räumen sie auch ein, dass sie diesen Beruf nicht ausüben könnten und fragen mich, wie ich das schaffe.

Und wie schaffen Sie das? Wie bewältigen Sie die psychischen Belastungen, die sich aus Ihrem Beruf ergeben?

Die Arbeit ist für mich in der Regel nicht belastend. Ich helfe gerne anderen Menschen. Und viele meiner Kunden zeigen mir ihre Dankbarkeit für meine Unterstützung. Und das ist für mich eine wichtige Quelle der Motivation. Zudem verfüge ich bereits über viele Erfahrungen in der Konfrontation mit Tod und Trauer. Mein Beruf ist interessant und abwechslungsreich. Ich weiß nie, was mich am nächsten Tag erwartet, weil jeder Mensch anders mit dem Tod umgeht. Es gibt aber auch Situationen, mit denen ich nur schwer fertig werde. Etwa, wenn ein junger Mensch bei einem Autounfall ums Leben kommt oder ein Säugling bei der Geburt stirbt. Dann wird die Familie für mich zu einem wichtigen Rückzugsort.
   

Für jeden Geschmack

Erfrischungen und eine Umfrage mit Gewinnspiel

Ob Rote vom Grill, eine deftige Gulaschsuppe oder ein süßer Imbiss von der Kuchentheke: Auf der sen‘FIT können sich die Besucher zu moderaten Preisen stärken. Und sich mit gekühlten Getränken, einem Viertele oder heißem Kaffee erfrischen. Die Verpflegung der Gäste übernimmt der TSV Lustnau.

Zudem lohnt sich auch ein Besuch am TAGBLATT-Infopoint in unmittelbarer Nähe des Haupteingangs. Dort gibt es nicht nur die aktuelle Tageszeitung und das Magazin „die kleine“. Am Stand liegt auch die TAGBLATT-Umfrage aus. Wer drei Fragen beantwortet, kann einen von zehn Kalendern für das Jahr 2020 gewinnen.
   


Eviva España

Grüße von der Costa Blanca

Bild: ©Andy-pix/ stock.adobe.com
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Unter dem Motto „Eviva España. Jetzt geht die Sonne auf mit spanischer Musik und Tanz“ präsentiert Schaich Spanien Immobilien von 14 bis 15 Uhr auf der sen’FIT Bühne seine Angebote an der Costa Blanca, die als Altersruhesitz in attraktiver Lage im Heilklima oder als Kapitalanlage erworben werden können.
   

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